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US-Oldtimer als Wertanlage

Was die Großeltern noch unter der Matratze oder hinterm Küchenschrank versteckten, brachten die Eltern dann zur Bank: Das Ersparte sollte nicht nur sicher liegen, sondern auch noch Zinsen abwerfen. Da war es vernünftig, möglichst viel davon auf der Bank liegen zu haben, anstatt es im Haushalt aufzubewahren. Die Zinsen für das auf dem Sparbuch liegende Vermögen rauschten allerdings in den 2010er Jahren in den Keller. Auch auf dem Tagesgeldkonto konnte man kaum mehr nennenswerte Zinserträge erwirtschaften. Oftmals schlagen heutzutage nicht einmal auf 10 Jahre fest angelegte Beträge die Inflation, sodass der Wert des Kontos mit der Zeit eher kleiner wird. Junge wie alte Menschen suchen daher nach alternativen Strategien, ihr Geld anzulegen. In der Regel bringt eine höhere mögliche Rendite auch ein höheres Risiko mit sich. So ist der Aktienmarkt für einige Anleger eine attraktive Alternative zum Sparkonto. Andere wiederum scheuen die möglicherweise nervenaufreibenden Kursschwankungen und das mitunter recht trockene Einarbeiten in den Börsenmarkt. Verlockend winkt da die Idee, die sauer verdienten Moneten in ein Objekt zu investieren, das man nutzen und damit Spaß haben kann, während es parallel an Wert gewinnt.

 

Das Kfz als Kapitalanlage

Eine solche Möglichkeit versprechen sich Liebhaber von Kraftfahrzeugen. Besonders Oldtimer sind als Kapitalanlage beliebt. Wenn ein Fahrzeug den Status als reines Fortbewegungsmittel verliert und zum Wertgegenstand wird, unterliegt es nicht mehr den üblichen Marktkriterien wie Verbrauch, Platz, Ausstattung und Sicherheit. Die Kosten/Nutzen Rechnung wird nahezu vollkommen vernachlässigt. Als Wertgegenstand unterliegt das Auto dann dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage unter den Wohlhabenden. Die traditionellen Geldanlagen (Immobilien, Aktien, Gold) gewinnen – langfristig betrachtet – seit Jahrzehnten bzw. seit Jahrhunderten an Wert. Ähnlich sieht es mit jenen Fahrzeugmodellen aus, die Kultstatus erreichten. Das Paradebeispiel in Deutschland sind hier die Transporter aus dem Hause Volkswagen. Im Gegensatz zu wenig genutzten Cabriolets sind T1 und Co häufig intensiv genutzte Alltags- und Gebrauchsfahrzeuge gewesen, die ihren Besitzern in den vergangenen Jahren einen nicht unerheblichen Wertzuwachs bescherten.

 

US-Oldtimer erobern den Markt

Ein Kriterium für einen möglichen Wertzuwachs ist bei Oldtimern die verfügbare Stückzahl. Fahrzeuge, die massenhaft in Serie produziert wurden, haben es oft schwer, in absehbarer Zeit ein gefragter Klassiker zu werden. Bei einem großen Angebot müsste die Nachfrage enorm sein – dies ist selten die Voraussetzung. Bei US-Klassikern sieht das ein bisschen anders aus. Zum Zeitpunkt der Produktion waren die wenigsten Hersteller durch lokale Händler in Deutschland vertreten. Die heute vorhandenen Fahrzeuge wurden größtenteils lange nach ihrer Erstzulassung nach Deutschland importiert, um hier die Blicke von Liebhabern und Fans auf sich zu ziehen. Der herkömmliche Käufer von US-Oldtimern ist zunächst einmal genau das: Ein Fan. Häufig sind es die großen Hollywood-Produktionen, die aus jungen Zuschauern erwachsene Fans gemacht haben. Wenn das passende Kleingeld vorhanden ist, wird sich dann der Jugendtraum erfüllt. Im Gegensatz zu den gleichaltrigen deutschen Fabrikaten bestechen die sportlichen US-Cars durch ihre Motorenleistung und die serienmäßig fortschrittliche Ausstattung. Während Klimaanlagen bei einigen Herstellern bis heute ein Luxus sind, für den man einen anständigen Aufpreis zahlen muss, waren sie bei einigen US Modellen schon in den 60ern in die Standardausstattung der Serienproduktion integriert. Mittlerweile sind wirkliche Schnäppchen eine Rarität geworden, da auch der US-Markt nicht von der gestiegenen Nachfrage verschont blieb. Wer aber Zeit und Fachwissen mit auf die Suche nimmt, der kann sich über gut erhaltene „Ami-Schlitten“ freuen, die neben dem Fahrspaß auch noch Wertstabilität und die Chance auf eine Steigerung bieten.