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Unterschiede der Neuwagenpreise innerhalb der EU

Innerhalb der EU bestehen große Preisunterschiede bei dem Kauf eines Neuwagens. Damit ist nicht gemeint, dass die Menschen in Südeuropa zum Beispiel eher Kleinwagen fahren, während in Skandinavien viele SUVs unterwegs sind und daher in Skandinavien beim Autokauf mehr Geld in die Hand genommen werden muss. Es geht viel mehr um den Preisunterschied, der bei gleichem Hersteller und gleichem Modell in verschiedenen EU-Ländern besteht. Diese Erhebung wird unter anderem durch die Europäische Kommission durchgeführt. Zwar kann beobachtet werden, dass sich die Preise einander insgesamt immer weiter annähern. Dennoch bestehen je nach Modell und Hersteller zum Teil nicht unerhebliche Preisunterschiede beim Neuwagenkauf. Wichtig: Es wird der Netto-Preis betrachtet. Besonders der Preis in Dänemark weicht massiv von dem in Deutschland ausgeschriebenen Listenpreis ab – und zwar nach unten. Mehrere Tausend Euro Preisunterschied lassen sich bei den meisten Modellen feststellen. Wie kommt es, dass die Produkte in Dänemark so viel günstiger angeboten werden?

 

Die Steuer macht es teuer

Unsere Nachbarn im Norden haben ein besonderes Steuersystem. So zahlen die Dänen beim Autokauf nicht nur die Mehrwertsteuer, sondern auch eine extrem hohe Zulassungssteuer, die aus offensichtlichen Gründen auch Luxussteuer genannt wird. Diese Steuer kann bis zu 150% betragen. Um überhaupt Fahrzeuge zu verkaufen und nach Möglichkeit zu attraktiven Preisen, schrauben die Hersteller die Gewinnspannen auf ein Minimum herunter. Der Verkauf von Fahrzeugen in Dänemark hat daher eher einen repräsentativen Wert – nennenswerte Gewinne werden angeblich nicht erzielt. Dennoch möchten die Hersteller global gesehen dominant vertreten sein und nehmen daher die geringen Gewinnspannen in Kauf.  Die Anpassung der Gewinnspannen an den jeweiligen Markt ist üblich. In einigen Ländern sind Menschen weniger geneigt, viel Geld für Fahrzeuge auszugeben, in anderen ist es eine Selbstverständlichkeit, regelmäßig einen Neuwagen zu kaufen und damit auch einen gewissen Lebensstandard zu präsentieren. Durch die Luxussteuer fällt der Preisunterschied in Dänemark mit Abstand am stärksten ins Gewicht.

 

Reimport – Was ist das?

Steuern fallen immer nur dort an, wo der Wagen zugelassen wird. Wenn sich also ein Deutscher einen in Deutschland hergestelltes Fahrzeug kauft, das für den dänischen Markt hergestellt und auch dorthin exportiert wurde, zahlt er in Dänemark den Netto-Preis, der deutlich unter dem deutschen Netto-Preis liegt. Da innerhalb der EU keine Zölle auf Fahrzeuge bestehen, kann das Fahrzeug relativ Problemlos nach Deutschland gebracht werden. Vor Ort fällt dann die Mehrwertsteuer an, die auch bei einem Fahrzeugkauf in Deutschland angefallen wäre – auf einen höheren Netto-Preis. Durch den Reimport spart die Käuferin oder der Käufer also nicht nur am Netto-Preis, sondern infolgedessen auch an der Mehrwertsteuer. Dies klingt ziemlich einfach. Gibt es keinen Haken? Häufig wird auf mögliche Sicherheitsbedenken oder Qualitätsunterschiede verwiesen. Die Sicherheitsbedenken sind allerdings unbegründet: Die Fahrzeuge laufen vom gleichen Band und entsprechen den gleichen Qualitätsstandards. Lediglich die Ausstattung kann je nach Bestimmungsort variieren. So sind einige Ausstattungsmerkmale auf dem deutlich kleineren dänischen Markt nicht vorhanden oder auch nicht wählbar. Diverse Händler haben sich auf den Reimport spezialisiert und können eine gute Kaufberatung anbieten, die den Kunden vor unangenehmen Überraschungen schützt.